Impuls für den Alltag

Impuls für den Alltag 
10.12.2017 - Sara-Maria Scherner

 

Impuls 2. Advent - 10.12.2017
Ach, du besinnliche Adventszeit!
Vor ein paar Tagen traf ich mich in den Abendstunden mit einer Gruppe Mütter, die ehrenamtlich eine Aktion für ihre Kinder vorbereiteten. Abgehetzt kamen die Frauen nacheinander an unserem Treffpunkt an. Eine der Mütter begrüßte mich dabei mit dem Seufzer: „Ach, du besinnliche Adventszeit! Da merke ich ja nichts von. Ich hetze gerade von einem Termin zum nächsten und nachher muss ich noch an den Schreibtisch. Der Advent soll immer so besinnlich sein, aber stattdessen packen wir uns gerade diese Zeit immer voll."
Ich konnte dieses Gefühl gut nachvollziehen. Nicht nur bei anderen, sondern auch bei mir selbst konnte ich erkennen, dass der Kalender für alle echte Besinnung kaum Platz lässt.
Dabei ist das Thema „Stress rausnehmen im Advent" eigentlich gar nicht so neu. Ich würde fast sagen „Alle Jahre wieder" macht mich ein Wort von einem anderen Menschen, die Predigt in der Kirche, ein Plakat oder der Blick in den Kalender, darauf aufmerksam, dass die Adventszeit eine besinnliche Vorbereitungszeit auf die Geburt des Herrn sein sollte. Und „alle Jahre wieder" muss ich mich selbst daran erinnern, in den Anforderungen meines Alltages, auch wirklich darauf achtzugeben, diese Besinnlichkeit ansatzweise umzusetzen. Aber wie kann ich das schaffen?
Als ich in den darauffolgenden Tagen so vor mich hin grübelte, blieb ich irgendwie bei der biblischen Erzählung über die Hirten hängen. Die Hirten, wie sie ruhig bei ihren Tieren um ein Lagerfeuer herum saßen. Die Hirten, die keinen Anlass hatten im Vorbereitungsstress zu sein. Sie waren einfach auf der Weide bei ihrer Herde und gingen ihrem Alltagsgeschäft nach.
Ich dachte über das nach, was bei den Hirten damals anders war als heute bei mir. Sie, die Hirten, vernahmen plötzlich die Stimme eines Engels, der die Frohe Botschaft brachte. Und weil es still bei den Hirten war, hatten sie ein Ohr für das, was der Engel verkündete. Und weil es nicht laut und hell erleuchtet, gedrängt und überfüllt bei ihnen war, nur deshalb konnten sie das besondere Licht des Sternes überhaupt erst sehen, der da plötzlich am Himmel stand. Und weil die Hirten bereit waren dem Engel zu glauben, konnten sie auch daran glauben, dass der helle Schein des Sternes eine besondere Bedeutung hatte – ein Zeichen war – und ihnen den Weg zeigen würde. Und in diesem Glauben, in der Hoffnung und im Vertrauen darauf, machten sie sich auf den Weg, auf den Weg zu dem Kind im Stall.
Das ist eine besinnliche, fast sinnliche, Vorbereitung auf die Geburt des Herrn gewesen. Aber ich denke dieses Bild kann mir gut aufzeigen was mir fehlt um Besinnlichkeit zu finden: Stille, Zeit, Aufmerksamkeit, reduziert sein auf Wesentliches und die Konzentration auf die Botschaft des Engels.
Haben Sie sich mal über folgendes Gedanken gemacht?
Wo könnte mein Ort der Stille sein?
Wo und wann kann ich konzentriert sein auf ein Licht – Ein Licht, welches ich bewusst zum Leuchten bringe. Ein Licht, das eine besondere Bedeutung für mich bekommt?
Welche Bedeutung hat die Geburt Jesu für mich? Und woran glaube ich?
Was ist eigentlich das Ziel von meinem Advent?

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen eine besinnliche Adventszeit.
Ihre


Sara-Maria Scherner
Pastoralreferentin der Pfarrei St. Johannes Oelde

 

 

 

 

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